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Behandlungsablauf

Ablauf der Neuromodulation in Heidelberg

Ihre Behandlung führt vom Erstgespräch über die Intensivwoche in der Praxis bis zur Anwendung zu Hause. Hier erläutern wir die einzelnen Schritte, den Ablauf einer Sitzung und was Sie zu Hause erwartet.

Schritte und Unterlagen

Ihre Anfrage

Wenn Sie uns eine E-Mail an praxis@doclemke.de schreiben, meldet sich unser Praxisteam bei Ihnen, beantwortet erste Fragen und vereinbart mit Ihnen die ersten Termine.

Erstgespräch

Im Gespräch geht es ausführlich um Ihre Beschwerden, den Verlauf Ihrer Erkrankung, bisherige Behandlungen und vorliegende Befunde. Ebenso wichtig sind uns Ihre Lebensumstände wie Ernährung, Schlaf, Stress und familiäre Situation sowie Ihre Ziele und Erwartungen an die Behandlung. Dafür nehmen wir uns etwa 30 Minuten Zeit.

Untersuchung und Behandlungsplan

Die Untersuchung durch Dr. med. Lemke, das sogenannte neurologische Assessment, dauert etwa 60 bis 90 Minuten. Sie umfasst unter anderem Gang, Gleichgewicht und Koordination, Feinmotorik, Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Sprache sowie Reflexe und Muskelspannung. Bei Multipler Sklerose oder der progressiven supranukleären Blickparese (PSP), einer seltenen Parkinson-ähnlichen Erkrankung, untersuchen wir zusätzlich die Augenbeweglichkeit. Außerdem werten wir vorhandene MRT-Aufnahmen aus und achten dabei zum Beispiel auf Entzündungsherde bei Multipler Sklerose, einen Abbau von Hirngewebe bei Alzheimer, Gefäßveränderungen und Veränderungen der Basalganglien bei Parkinson. Die Basalganglien sind Bereiche tief im Gehirn, die Bewegungen steuern.

Je nach Erkrankung kommen validierte Fragebögen und Tests hinzu, zum Beispiel UPDRS bei Parkinson, EDSS bei Multipler Sklerose sowie MMSE oder MoCA bei Gedächtnisstörungen. Mit ihnen erfassen wir Beweglichkeit, Gedächtnisleistung und Alltagsfähigkeiten, um sie im Verlauf der Behandlung vergleichen zu können. Für die Fragebögen sollten Sie zusätzlich etwa 45 Minuten einplanen.

Auf dieser Grundlage stellen wir Ihren persönlichen Behandlungsplan zusammen, der die passenden Verfahren der SOZO-Methode, die Hirnareale für die Stimulation und die voraussichtliche Anzahl der Sitzungen festlegt. Ergänzende Therapien gehören auf Wunsch ebenfalls dazu.

Behandlung

Die Behandlung in der Praxis dauert je nach Plan etwa ein bis vier Wochen und beginnt in der Regel mit einer Intensivwoche, in der von Montag bis Freitag fünf bis sechs Sitzungen stattfinden. Zu jedem Tag gehören eine TPS-Sitzung, bei Bedarf eine Stoßwellentherapie und eine Trainingseinheit. Nachdem wir Ihnen am Montag und Dienstag die Geräte für zu Hause gezeigt haben, wenden Sie diese ab Mittwoch unter Anleitung selbst in der Praxis an. Im Anschluss setzen Sie einige Verfahren mit kleinen Geräten zu Hause fort.

Begleitung

Nach etwa drei Monaten, wenn nötig auch früher, kommen Sie zu einem halbtägigen Kontrolltermin. Bei diesem Termin wiederholen wir zunächst die Untersuchung und die Fragebögen, bevor Sie eine TPS oder Stoßwellentherapie und eine Trainingseinheit erhalten. Danach frischen wir die Behandlung etwa alle drei Monate auf und weisen Sie bei Bedarf erneut in Ihr Gerät für zu Hause ein. Ziel ist es, Ihre Fortschritte zu sichern, Ihre Selbstständigkeit im Alltag zu fördern und Behandlungen in der Praxis möglichst selten nötig zu machen.

Bitte bringen Sie mit

  • Vorhandene Arztbriefe und Befunde
  • Eine aktuelle Medikamentenliste
  • MRT- oder CT-Aufnahmen, falls vorhanden
  • Ihre Fragen an uns
In der Praxis

Ablauf einer Sitzung

Ankommen

Zu Beginn fragen wir kurz nach Ihrem Befinden seit dem letzten Termin. Anschließend nehmen Sie Platz, und wir bereiten die Anwendung vor.

TPS und Stoßwelle

Eine Sitzung in der Praxis besteht aus zwei Teilen, die sich ergänzen. Im ersten Teil, der nur in der Praxis stattfindet, erhalten Sie die TPS, bei Bedarf zusammen mit der Stoßwellentherapie am Gerät Duolith. Während die TPS die Hirnregionen aus Ihrem Behandlungsplan behandelt, wirkt die Stoßwellentherapie auf die betroffenen Körperregionen und bereitet das Gewebe so vor, dass das Gehirn die Impulse gut nutzen kann. Die TPS dauert je nach Erkrankung etwa 45 bis 60 Minuten, die Stoßwellentherapie 30 bis 60 Minuten.

Heimgeräte und Training

Im zweiten Teil geht es um die Anwendung von tDCS, tVNS oder CES für zu Hause. Anfangs platziert eine Therapeutin oder ein Therapeut die Elektroden nach Ihrem Behandlungsplan, später übernehmen Sie das unter Anleitung selbst. Bei tDCS und CES dauert die Stimulation etwa 20 Minuten, bei der tVNS richtet sich die Dauer nach Ihrem Plan. Während der Stimulation trainieren Sie mit uns. Die Übungen verbinden Neuroathletik mit sportwissenschaftlichem Training und sind auf Ihre Beschwerden abgestimmt. So erleben Sie direkt, wie Stimulation und Training zusammenwirken, und lernen zugleich genau, wie Sie zu Hause vorgehen. Mit dem Training dauert dieser Teil der Sitzung bis zu einer Stunde.

Nachbesprechung

Zum Abschluss der Sitzung besprechen wir kurz Ihre Beobachtungen und dokumentieren den Termin. Danach können Sie Ihren Tag wie gewohnt fortsetzen.

Zu Hause

Fortsetzung der Behandlung zu Hause

Ihre Geräte

Nach mindestens vier bis fünf Terminen in der Praxis planen wir die Behandlung zu Hause, für die Sie bei uns eines oder mehrere der Geräte für tDCS, HD-tDCS, CES oder tVNS erwerben. In Ihr Heimprogramm lassen sich außerdem MET sowie das Training auf der Siwave-Platte und mit dem Reha-Handschuh aufnehmen. Auch das Leihen oder Mieten von Geräten ist in Einzelfällen möglich.

Anwendung und Kontrolle

Häufigkeit und Dauer der Anwendung legen wir für Sie fest und überprüfen sie bei den Kontrollterminen. Das können zum Beispiel an fünf Tagen pro Woche jeweils 20 Minuten tDCS mit Training sein oder eine tVNS zweimal täglich für 60 Minuten, während Sie sich entspannen oder Ihrem Alltag nachgehen.

Bedeutung des Heimtrainings

Die Behandlung in der Praxis legt den Grundstein, indem sie Veränderungen im Gehirn anstößt und ein Zeitfenster öffnet, in dem es besonders lernfähig ist. Damit diese Veränderungen erhalten bleiben, ist Ihr regelmäßiges Heimtraining entscheidend. Bei konsequentem Üben können sich etwa drei Monate nach Behandlungsbeginn nachhaltige Erfolge zeigen und festigen. Das Heimtraining lässt sich zudem gut mit Physiotherapie, Logopädie oder Ergotherapie verbinden.

Anreise

Bei längerer Anreise

Für Patienten mit weiter Anreise eignet sich die Intensivwoche besonders, weil sie die ersten Sitzungen auf fünf Tage von Montag bis Freitag bündelt. Erstgespräch, neurologische Untersuchung und Fragebögen finden in der Regel gleich am Montag statt.

Hinweise zur Anfahrt und zu Unterkünften in der Nähe finden Sie auf unserer Seite Anreise und Unterkunft. Zudem unterstützt Sie unser Praxisteam bei der Planung.

Häufige Fragen

Antworten auf Ihre Fragen

Ist die Behandlung schmerzhaft?

Die Behandlung ist schmerzfrei. Die meisten Patienten empfinden sie sogar als angenehm, oft auch als entspannend. Bei TPS und Stoßwellentherapie ist an der behandelten Stelle ein leichter Druck oder ein Pulsieren spürbar, während bei tDCS die Kopfhaut kribbeln oder sich etwas erwärmen kann. Die tVNS erzeugt eine Vibration am Ohr, die CES ein feines Kribbeln an den Ohrläppchen. Weil bei tDCS, tVNS und CES nur sehr geringe Stromstärken fließen, sind Hitze oder Stromschläge nicht zu erwarten. Eine Narkose oder Injektion ist nicht erforderlich.

Wie viele Sitzungen sind erforderlich?

Das hängt von Ihrer Erkrankung und deren Ausprägung ab. Üblich sind fünf bis sechs Sitzungen in der Intensivwoche, wobei viele Patienten bereits nach zwei bis drei Behandlungen von ersten Veränderungen berichten. In schweren Fällen kann eine Behandlung über mehrere Wochen sinnvoll sein.

Wie gut ist die Behandlung verträglich?

Die Behandlung ist gut verträglich. Gelegentlich spüren Patienten ein Kribbeln, eine Hautrötung unter den Elektroden, Müdigkeit oder einen leichten Kopfdruck, was in der Regel rasch wieder abklingt. Schwerwiegende Nebenwirkungen sind bei sachgemäßer Anwendung sehr selten.

Ist ein MRT erforderlich?

Ein aktuelles MRT des Kopfes ist sehr hilfreich, vor allem bei Multipler Sklerose, ALS oder Parkinson. In Ausnahmefällen ist die Behandlung auch ohne MRT möglich. Sprechen Sie uns dazu an. Am besten geeignet ist eine Aufnahme des Gehirns ohne Kontrastmittel. Wenn Sie ein neues MRT anfertigen lassen, benötigen wir die Sequenzen T1, T2, T2-FLAIR und SWI, möglichst eine 3D-T1-Aufnahme mit 1 mm Auflösung, Rekonstruktionen in allen drei Ebenen und eine volumetrische Auswertung. Diese Angaben können Sie an Ihre radiologische Praxis weitergeben.

Übernimmt die Krankenversicherung die Kosten?

Die Behandlung ist eine Privatleistung und wird nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abgerechnet. Während gesetzliche Krankenkassen die Kosten nicht übernehmen, erstatten private Krankenversicherungen nur das Erstgespräch und die neurologische Untersuchung. Geräte für die Anwendung zu Hause erwerben Sie über unsere Praxis. Die voraussichtlichen Kosten Ihrer Behandlung nennen wir Ihnen auf Anfrage.

Kann eine Begleitperson an den Terminen teilnehmen?

Ja. Partner und Angehörige sind bei uns herzlich willkommen. Gerade beim Erstgespräch ist die Begleitung durch eine vertraute Person oft hilfreich.

Termin & Kontakt

Ihr erster Termin in der Praxis

Schreiben Sie uns eine E-Mail. Wir melden uns bei Ihnen und vereinbaren einen Termin für Ihr Erstgespräch.

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